Cystinurie
Die
Krankheit ist schon länger bekannt, sie tritt auch bei Menschen auf. Aber
offensichtlich zeigt sich beim Neufundländer ein besonders schwerer Verlauf der
Krankheit. Ein Verdacht ist gegeben, wenn bei jungen Rüden chronische Probleme
im Harnsystem auftauchen zum Beispiel Schwierigkeiten beim Harn lassen oder Blut
im Urin.
Was genau ist
diese Cystinurie?
Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselstörung vor allem in der Niere.
Cystin ist eine sog. Aminosäure. Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße
(Proteine). Cystinurie bedeutet, dass Cystin über den Harn ausgeschieden wird.
Normalerweise werden Cystin und einige andere Aminosäuren (Arginin, Lysin und
Ornithin) in der Niere nicht mit dem Harn ausgeschieden. Sie werden statt dessen
nach Filtration über die Nierenkanälchen wieder in das Blut aufgenommen. Wenn
dieses Transportsystem nicht funktioniert, wird Cystin jedoch nicht mehr rückaufgenommen
sondern in großen Mengen über den Harn ausgeschieden. Leider ist Cystin in
Wasser unlöslich. Das bedeutet, daß Cystin im Harn auskristallisiert und sich
Grieß sowie kleine bis große Steine bilden ( besonders wenn der Harn sauer ist
). Das geschieht in Nieren, Blase und Harnröhre und kann bis zu einem völligen
Verschluss führen. Dadurch entstehen schwere Entzündungen. Eine Harnblockade
in allen erwähnten Organen ist die Folge. Ohne Operation und entsprechende
Behandlung (s.u.) kommt es zu Nierenversagen und Ruptur der Blase, was
schlussendlich zum Tod führt. Rüden sind wesentlich stärker betroffen als Hündinnen,
da sie eine sehr enge und lange Harnröhre haben. Allerdings kann es auch bei Hündinnen
zur Bildung von Steinen in der Niere kommen.
Zum
Glück liegt bei der Cystinurie ein rezessiver Erbgang vor, also genauso wie bei
der Vererbung der braunen Fellfarbe. Das heißt, es gibt Hunde, die Träger
dieser Krankheit sind, die aber selbst keinerlei Anzeichen der Krankheit zeigen,
das Merkmal aber durchaus verdeckt weiter
vererben können. Verpaart man solch ein Tier mit einem Merkmalsträger, werden
statistisch gesehen 25 % der Nachkommen krank.
Cystinurie kann sehr gut bekämpft werden. Dazu wäre es aber notwendig, dass alle Zuchttiere getestet werden. Mit diesem Test erfasst man, ob ein Hund frei, heterozygot (verdeckterbig =Träger) oder homozygot (volle Krankheitsausprägung) ist.
Zum
Glück gibt es jetzt auch in Deutschland die Möglichkeit, unsere Hunde testen
zu lassen.
Wie
wird der Test durchgeführt?
Für den Test wird 0,5 ml EDTA-Blut benötigt.Die Blutabnahme kann von jedem
Tierarzt durchgeführt werden und anschließend an die Firma Laboklin verschickt
werden. Der Test wird einmal wöchentlich angesetzt, so dass das Ergebnis nach
spätestens 10 Tagen vorliegt. Laboklin berechnet dafür 49,23 Eur zuzüglich
MWSt. Dazu kommen die Kosten für die Blutabnahme beim Tierarzt.
Die
Adresse lautet
Frau Dr. Petra Kühnlein, Fa. LABOKLIN GmbH und Co.KG, Prinzregentenstraße 3,
97688 Bad Kissingen,
Tel.: 0971/7236-553, Fax: 0971/7236-564
Begriffserklärung
der Fa. LABOKLIN
Die Cystinurie ist eine autosomal-rezessiv vererbte
Stoffwechselerkrankung mit Transportstörung di-basischer Aminosäuren im
Darmepithel und proximalen Nierentubulus. Die Harnsteine, welche die klinischen
Symptome verursachen, treten schon im Alter von 4 – 6 Monaten auf. Die Cystin-,
Lysin, Ornithin- und Argininspiegel im Urin von betroffenen Hunden sind deutlich
erhöht, bei heterozygoten Tieren dagegen unauffällig.
Mit Hilfe des DNA-Tests kann der genetische Defekt unmittelbar nachgewiesen werden. Dadurch können nicht nur erkrankte Tiere, sondern auch klinisch unauffällige Anlageträger identifiziert werden, die sich einer konventionellen Diagnostik entziehen.
Hilfe
bei Erkrankung
Cystein ist das Zentrum vieler Enzyme und reagiert sehr empfindlich auf
Schwermetalle. Dabei werden Schwermetalle wie gewünscht unschädlich gemacht,
gleichzeitig wird jedoch das Enzym inaktiviert.
Dieser Vorgang findet innerhalb eines sog. Redoxsystems statt, wobei wasserlösliches Cystein zu nicht wasserlöslichem Cystin umgewandelt wird. Letzteres wird über die Nieren ausgeschieden, neigt aber dazu, dort Nieren- und Blasensteine zu bilden (214). Vitamin C kann diesen Redoxvorgang umkehren und läßt Cystin erst gar nicht entstehen.
Bei Untersuchungen 1981 wurde festgestellt, dass sich der Cystingehalt im Harn bei einer Vitamin-C-Gabe von 5 Gramm täglich (es stand nur Pulver zur Verfügung) in einem Zeitraum von maximal zwei Jahren bei einigen Patienten auf die Hälfte reduzieren ließ .
Bei einer Einnahme von Cystein sollte darauf geachtet werden, dass diese Substanz nur zusammen mit Vitamin C eingenommen wird, da sie sich sonst in wasserunlösliches Cystin verwandeln kann, was wiederum die oben angeführten Folgen nach sich ziehen kann.
Diät oder vom Arzt verschriebene Medikamenten können zusätzlich als Unterstützung gegeben werden.
In
Auszügen zusammengestellt aus verschiedenen Artikeln die im Internet zu diesem
Thema zu finden waren
(u.a. VND & ÖNK, Fa. Laboklin)