Die Hündin

Die Trächtigkeit

Trächtigkeitsdauer

Der Zeitraum zwischen Eisprung und Geburt beträgt 62 - 64 Tage ist  relativ. konstant.

Die großen Schwankungen der Trächtigkeitsdauer beruhen auf den unterschiedlichen Zeitspannen zwischen Deckakt und Eisprung (Ovulation) . So haben Hündinnen, die vor dem Eisprung belegt werden, eine verlängerte Trächtigkeit von 66 - 68 Tagen. Ist die Hündin nach der Ovulation belegt, verkürzt sich die Trächtigkeitsphase auf 58 - 60 Tage. Vor dem 58. Tag sind die Föten nicht lebensfähig!

Ablauf

Deziduomstadium (11-18 Tag nach dem Deckakt)
Einnisten in der Gebärmutter: Nach dem Eisprung kommen die befruchteten Eizellen in der Gebärmutter (Uterus ) an, verteilen sich gleichmäßig und dann erfolgt das Einnisten in der Gebärmutterschleimhaut und auch die Ausbildung des Mutterkuchens ( Plazenta ), der sich gürtelförmig um den wachsenden Embryo an der Gebärmutterschleimhaut befestigt und die Versorgung des Embryo übernimmt.

Ampullenstadium (18-35 Tag)
Die einzelnen Fruchtanlagen sind fühlbar. Aufgereiht wie eine Perlenkette sind die 1-2 cm großen Ampullen für den Tierarzt zu ertasten.

Schlauchstadium(35-50 Tag)
Die Einschnürung der Gebärmutter gehen verloren die Ampullen können nicht mehr getastet werden.

Fruchthaltestadium (bis Ende der Gravidität)
Die Trächtigkeit wird von außen sichtbar.

Trächtigkeitsnachweise

Das Abtasten des Abdomens zwischen dem 20. - 35.Tag läßt 1 - 2 cm große kugelige Wölbungen ertasten. Nach dem 35.Tag sind aufgrund der Vergrößerung der Gebärmutter keine Befunde zu erheben. 

Heute bietet die Ultraschalluntersuchung nach dem 21.Tag, am besten ab dem 28.Tag, eine gefahrlose Methode des Trächtigkeitsnachweises, die auch eine Vielzahl von Informationen über den Trächtigkeitsverlauf (Anzahl, Entwicklungszustand, Vitalität) erkennen lässt.

Die für Röntgenaufnahmen notwendigen Knochenstrukturen des Feten sind erst ab dem 43.Tag sichtbar. Der röntgenologische Nachweis der Trächtigkeit sollte wegen den möglichen Schäden des Feten durch die Strahleneinwirkung erst nach dem 50.Tag durchgeführt werden!!!

Aufrechterhaltung der Trächtigkeit durch Hormone

Ein durchgängig hoher Progesterongehalt ist zur Aufrechterhaltung während der gesamten Trächtigkeit zwingend nötig. Progesteron verstärkt die Gewebeanbildung in der Gebärmutter und fördert die Ernährung der Früchte. Es sorgt für einen Verschluss des Muttermundes und verhindert eine frühzeitige Gebärmutterkontraktion, dessen Folge ein Trächtigkeitsabbruch (Abort) wäre Erst gegen Ende der Trächtigkeit sinkt der Progesteronspiegel. Durch den jetzt wieder steigenden Östrogeneinfluß werden die Geburtswege auf die nahende Geburt vorbereitet. Durch Östrogene werden die Milchdrüsen angebildet. Die Muskulatur der Geburtswege erschlafft unter diesem Hormon ebenso wie das gesamte Gewebe aufgeweicht und somit geschmeidig wird.

Temperaturkontrolle

Während der Trächtigkeit beträgt die Körperinnentemperatur der Hündin ca. 38,5 - 39,0 Grad Celsius. Diese leichte Temperaturerhöhung wird auf die hohe Progesteronkonzentration zurückgeführt.

Gegen Ende der Trächtigkeit (ca. 8 - 10 Tage vor der Geburt) sinkt, ebenso wie der Progesteronspiegel, auch die Temperatur auf zunächst 38,0 Grad ab.

4 - 36 Stunden vor der Geburt stürzt der Progesteronspiegel nochmals steil ab. So ist auch der Temperaturabfall 24 Stunden vor der Geburt um 1 Grad auf 37 Grad zu erklären. Die Temperatur steigt danach wieder an und kann während der Geburt bis zu 40 Grad erreichen.

Durch zweimal tägliche Temperaturkontrolle und deren Protokollierung ab dem 50.Tag der Trächtigkeit kann dieser Abfall bei der überwiegenden Zahl der trächtigen Hündinnen festgestellt werden und so eine bevorstehende Geburt frühzeitig erkannt werden.