Die Hündin
Verhütung
Neben der unangenehmen Belästigung durch
Rüden und dem Risiko der ungewollten Trächtigkeit
sowie der sogenannten „Scheinträchtigkeit“ steht bei den Überlegungen zur
Verhinderung der Läufigkeit auch die Gesunderhaltung der Hündin selbst im
Vordergrund (Tumoren, Gebärmuttervereiterung, Gebärmutterkrebs) Entgegen der landläufigen
Meinung, "jede Hündin sollte zumindest einmal im Leben einen Wurf gemacht
haben" gibt es keine wissenschaftlich begründeten Hinweise. Vielmehr ist
es sinnvoll, sich frühzeitig Gedanken zur richtigen Verhütung der Läufigkeit
zu machen, Wenn die Hündin nicht zur Zucht eingesetzt werden soll und man nicht
zweimal im Jahr ungewünschten Nachwuchs riskieren will.
Sicherlich wiederhole ich mich in einigen Sachen immer wieder, doch ist es bei
einigen Sachen lieber einmal zuviel wie einmal zuwenig erklärt!
Methoden der
Verhütung und ihre Vor- und Nachteile
Aufpassen
Die Hündin bleibt während der "heißen
Phase" UNBEDINGT an der Leine, man sucht sich gezielt einsame Spazierwege
und geht nicht zwingend weite Strecken!
Vorteile
- Natürlich
- Die Hündin kann, wenn gewünscht, Welpen
bekommen
- Die Hündin wird nicht
operiert (somit kein OP-Risiko)
- keine Kosten
Nachteile
- Keine Krebsvorsorge
- Keine Lösung der Gebärmutterproblematik
- Nachbarhunde stehen an (oft
auch Romeos aus den ganzen umliegenden Bereichen)
- Eine läufige Hündin ist
auch in dieser Phase oft ein bisschen verändert im Charakter (verschmuster,
lebhafter, ungehorsamer) und kann sich so allerhand einfallen lassen. Gehen Sie nicht davon aus das Ihre
sonst so gehorsame Hündin
immer aufs Wort folgt. Außerdem können
die Rüden aus der Nachbarschaft ungeahnte Kräfte entwickeln, wenn Ihre
Kleine so "sexy" riecht. Verlassen Sie sich also nicht auf Ihren hohen Zaun.
- Evtl. unerwünschte Trächtigkeit mit
gesamter Welpenproblematik
Hormonspritzen
Da Hündinnen keinen Monats-, sondern einen
Halbjahreszyklus haben, werden ihre Eierstöcke nicht mit der „Pille“,
sondern mit einer langzeitwirkenden Hormonspritze ruhiggestellt. Wählt man
diese Behandlungsart, muss zunächst eine Läufigkeit abgewartet werden. Zwei
bis vier Monate später (in der Ruhephase der Eierstöcke) erfolgt die erste
Spritze, die dann sehr regelmäßig alle 5 Monate wiederholt werden muss.
Vorteile
- Die Hündin kann, wenn gewünscht, doch noch
wieder läufig werden und Welpen bekommen
- Die Hündin wird nicht
operiert
- Die Kosten der Läufigkeitsunterbrechung sind
zwar insgesamt, über das Leben gerechnet, höher als bei der Kastration,
sie fallen aber nicht auf einmal an, sondern in Raten
Nachteile
- Die Hormonspritzen müssen absolut
termingenau verabreicht werden, d.h. der Besitzer muss den Terminkalender
exakt führen
- Die Hormongabe bietet keinerlei Krebsvorsorge
ist sogar selbst Krebserregend
- Die Hündin behält ihre Gebärmutter, kann
also Zeit ihres Lebens an einer Gebärmuttervereiterung lebensgefährlich
erkranken
- Durch die Hormoninjektion können die
Einstichstellen Haarlos werden und bleiben
- Da durch die Hormone die Eierstöcke
ruhiggestellt werden, braucht der Körper weniger Energie, d.h. bei
gleichbleibender Fütterung wird der Hund fett und träge. Man sollte also
ein kalorienreduziertes Futter geben
- Auch kann dann die
gewünschte Trächtigkeit nach längeren Hormonspritzen länger auf sich
warten lassen
Sterilisation
Hier werden nur die Eileiter durchtrennt, aber
keine Hormon-Drüsen entfernt. Die Hündin kommt danach weiterhin in die Hitze
wie gewohnt, kann nur nicht mehr trächtig werden.
Vorteile
- Hormonproduktion bleibt vorhanden
Nachteile
- Allgemeines OP-Risiko
- Keine Krebsvorsorge
- Weiterhin Belästigung von Rüden
Kastration
Bei der Kastration wird die Gebärmutter
komplett mit den Eierstöcken entfernt. Die Hündin wird dann nicht mehr läufig.
Vorteile
- Kastriert man die Hündin vor der ersten
Hitze geht das Risiko von Mamatumoren (= Gesäugetumoren) gegen null.
Kastration nach der zweiten Hitze senkt das Risiko von MT auf ca. 25%. Nach
der dritten Hitze kastrierte Hündinnen erkranken gleich oft wie unkastrierte
an diesen Tumoren.
- Verhinderung von Scheinschwangerschaften
Nachteile
- Allgemeines OP-Risiko
(Narkoserisiko)
- Nebenwirkungen einer Kastration können z.B.
Veränderungen des Fells sein
Besonders bei Rassen mit feinem Haar. Das Fell wird flauschiger und bei
einigen Hunden wird das Fell "mehr" und etwas schlechter zu
pflegen und kann auch stumpfer werden (ohne Glanz)
- Harnträufeln bei großen Hunden kommt mit
einer Wahrscheinlichkeit von 30% nach der Kastration der Hündin Inkontinenz,
d.h. Harnträufeln und unbewussten Harnabsatz vor. Dies ist aber in den meisten Fällen durch eine OP zu
beheben
-
Auch bei kastrierten Hündinnen stellt sich
der Stoffwechsel um - sie brauchen nicht mehr so viel Futter, um ihre
Funktionen aufrechtzuerhalten. Aber: wie jedes Lebewesen wird auch die
kastrierte Hündin NUR vom Fressen, nicht aber vom operieren dick!
Die Nachteile in diesem Fall
sind kein muss, sondern kommen eben vor!
"Die Pille danach"
oder "Was tun wenn es passiert ist?"
Kommt es zu einem "Rüdenkontakt" ist
es sinnlos die beiden Hunde gewaltsam Trennen zu wollen, das kann zu schweren
Verletzungen führen, denn der Penis des Rüden schwillt in der Vulva an (die
den Penis dann auch klammert, festhält und ebenfalls anschwillt) und bleibt stecken. Der Rüde braucht bis zu 30 Minuten
oder sogar länger (wir hatten schon mal beim decken 45 min gewartet) bis er sich wieder lösen kann .
Wenn es denn passiert ist, gibt es die
Möglichkeit durch eine 3-malige Injektion die Einnistung der Eizelle zu
verhindern.
Vorteile
- Keine ungewünschten Welpen mitsamt der
Welpenproblematik
Nachteile
- es kann sich eine Gebärmuttervereiterung
entwickeln
- eine gewünschte
Trächtigkeit kann danach länger auf sich warten lassen
- der Zyklus
kann verschoben werden